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„Nursemaid’s elbow“: Sturz vermieden, Schaden geblieben?


|   Expertentipp

Expertentipp | Dr. Karin Hausberger | Fachärztin für Unfallchirurgie

Es passiert schnell: Das Kleinkind droht zu Boden zu stürzen, doch im letzten Moment erwischt der Vater oder die Mutter das Kind am Arm und kann es vor dem Aufprall bewahren. Danach ist der Arm des Kleinen allerdings wie gelähmt und höchst schmerzempfindlich. Was ist passiert? Die Pronatio dolorosa (auch ‚nursemaid’s elbow‘) ist eine Teilausrenkung des Speichenköpfchens und zählt zu den häufigeren Verletzungen bei Kindern unter fünf Jahren. Das Speichenköpfchen liegt beim Ellenbogen in einem ringförmigen Band. Bei Kleinkindern ist dieser Knochenkopf noch knorpelig, weshalb er leicht aus der Bandstruktur schlüpfen kann. Wenn diese Teilverrenkung auftritt, hängt der Arm schlaff nach unten und kann nicht mehr bewegt werden. Suchen die besorgten Eltern eine Fachärztin bzw. einen Facharzt auf, steht der Unfallhergang im Mittelpunkt. Meist reicht die Anamnese zur Diagnosestellung – nur wenn ein Sturz auf den Arm beschrieben wird, ist ein Röntgen angezeigt, um einen Bruch auszuschließen. Wie wird die Pronatio Dolorosa behandelt? Das Gelenk wird wieder eingerenkt, wobei ein typisches Knacken zu hören ist. Vorerst ist das Kind kurz beleidigt, doch nach ca. zehn Minuten kehrt es zu seiner alten Fröhlichkeit zurück und ist in der Lage, mit dem nun gesundeten Arm nach dem Zuckerl zu greifen, welches es als Belohnung erhält. Insgesamt hat die Verletzung eine sehr gute Prognose, jedoch eine hohe Rezidivrate, sodass die Aufklärung der Eltern zur Unfallvermeidung unerlässlich ist.

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